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Rossbach
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Chronik des Marktes Roßbach
im Landkreis Asch

Historie erster Teil, Pfarrgemeinde, Wirtschaft und Gewerbe, Vereinswesen,
öffentliche Einrichtungen, Künstler und Persönlichkeiten, letztes Kapitel der Geschichte


Öffentliche Einrichtungen in Roßbach

Erste Nachrichten über einen Schulunterricht in Roßbach erfahren wir aus den ältesten Kirchenrechnungen von 1572. In den Jahren 1617/18 erfolgte auf Anweisung des Lehensherrn "Hans Bertholden von Zedtwitz uff Krugsreuth" der Bau eines "neuen" Schulhauses. Es muss also schon vorher eines bestanden haben. Ein drittes, wiederum hölzernes Schulhaus, baute man von 1723 bis 1733. Die Schulmeister führten damals ein mehr als bescheidenes Leben. Anno 1759 berief die Gemeinde erstmals einen akademisch ausgebildeten Lehrer. 1812 genehmigte man dann endlich eine zweite Lehrkraft. Das erste gemauerte Schulhaus, in sehr solider Bauweise, wurde 1822/23 erstellt. Es war bereits das vierte Schulhaus und ein Bau für die Ewigkeit. Das so genannte "alte Schulhaus", wie man es später nannte, bildete einen markanten Baukörper gegenüber der Kirche. Sein Abriss bereitete den Tschechen große Schwierigkeiten. Das große neue, heute noch stehende Schulhaus errichtete man in drei Abschnitten in den Jahren 1880, 1898 und 1904. Es beherbergte die Volksschule und die Knaben- und Mädchenbürgerschule. Der Schulturnplatz wurde 1882 angelegt und die Schulturnhalle im Jahre 1888 gebaut. Der Höchststand an Schülern im Jahre 1911 mit insgesamt 859 Kindern konnte später nie wieder erreicht werden. Über die Zeit von 1928 bis zur Vertreibung liegen uns keine verlässlichen Zahlen mehr vor. Die Roßbacher Bürgerschule, heute Mittel- oder Realschule genannt, genoss mit ihrem ausgezeichneten Stamm von Fachlehrern großes Ansehen. Seit 1907 gab es auch eine gewerbliche Fortbildungsschule mit einer Fachabteilung Weberei. In einem Anbau an das Schulhaus führte man sie später als zweiklassige Webereifachschule weiter. Auch diese Schule hatte einen sehr guten Ruf. Viele Schülerarbeiten konnten auf Ausstellungen prämiert werden. Eine kleine tschechische Schule für die Kinder der nach dem Ersten Weltkrieg zugezogenen tschechischen Staatsbeamten ist 1926 eröffnet worden. Ende der 1930er Jahre konnte auch der Kindergarten vom alten Pfarrhaus in das neue Schulgebäude verlegt werden.


Einige Jahreszahlen zu weiteren öffentlichen Gebäuden und Baumaßnahmen: 1850 erhielt Roßbach ein eigenes Postamt und 1874 wurde das Telegrafenamt errichtet. In das selbe Jahr fällt die Kanalisierung des Dorfbaches, der durch den Marktplatz floss. Der erste Bahnbau von Asch nach Rossbach anno 1895 erfuhr seine Weiterführung nach Adorf im Vogtland im Jahre 1906. Die erste Sparkasse existierte bereits seit 1895. In das Jahr 1911 fällt die Einführung des elektrischen Lichtes, ein für damalige Zeit enormer Fortschritt. Die Roßbacher Zeitung ist 1913 gegründet worden. 1927 folgte die Errichtung eines Altenheimes und 1928 fand die Einweihung des neuen modernen Pfarrhauses statt. Zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichteten die Roßbacher 1928 ein Kriegerdenkmal.

Historie erster Teil, Pfarrgemeinde, Wirtschaft und Gewerbe, Vereinswesen,
öffentliche Einrichtungen, Künstler und Persönlichkeiten, letztes Kapitel der Geschichte

 
Peter Brezina
 
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