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Chronik des Marktes Roßbach
im Landkreis Asch
Historie erster
Teil, Pfarrgemeinde, Wirtschaft
und Gewerbe, Vereinswesen,
öffentliche Einrichtungen, Künstler
und Persönlichkeiten, letztes Kapitel
der Geschichte
Das Vereinswesen in Roßbach
Der
älteste Roßbacher Verein war der Leichenkassa-Verein der Webermeister
von 1831. Ihm folgten 1833 und 1835 zwei weitere derartige Verbindungen.
Ihre Mitglieder wurden bei Beerdigungen mit dem Innungswappen und dem
Bahrtuch auf dem Sarg zu Grabe getragen. Der älteste weltliche Gesangverein
des österreichischen Kaiserreiches war der Roßbacher Männergesangverein.
Karl Winter und weitere sieben Sänger gründeten am 1.5.1833
den Verein. Winter war ein ehemaliges Mitglied des Leipziger Thomanerchores.
Er war somit stimmlich sowie in Musiktheorie und Komposition sehr gut
ausgebildet. Von ihm stammt ein Teil der Roßbacher Christmette.
Die Vereinsfahne stammt aus dem Jahr 1862. Sie wurde 1945 von dem langjährigen
Fähnrich Robert Rank, um den Leib gewickelt, über die Grenze
nach Bayern gebracht. Bei den Roßbacher Heimattreffen wurde sie
stets im Festzug mitgeführt. Heute befindet sich die Fahne in den
"Roßbacher Weberstuben" in unserem Heimatmuseum in Rehau.
Eine
bedeutende Rolle spielte auch der 1872 gegründete Deutsche Turnverein.
Mit einer neuzeitlichen Turnhalle, die Eröffnung fand am 23.7.1933
statt, schuf der Verein ein gesellschaftliches und kulturelles Zentrum
für Rossbach. Kinder-, Frauen- und Männerriegen erzielten bei
verschiedenen Turnfesten beachtliche Ergebnisse.
Der
1874 gegründete Geselligkeitsverein "Thalia" war neben
dem Turnverein einer der mitgliederstärksten Vereine am Ort. Seine
Bälle und Theateraufführungen waren stets sehr beliebt.
Im
Großen und Ganzen herrschte in Rossbach ein reges Vereinsleben.
Veteranen-, Schützen-, Kaninchenzucht-, Bienenzucht-, Geflügel-
und Kleintierzucht-, Konsum-, Radfahrer-, Zimmerstutzen-, Arbeiter-Turn-
und Gesang-Verein, evangelischer und katholischer Frauenverein sind nur
eine kleine Auswahl von den über 50 Vereinigungen.
Die
Feuerwehr spielte ebenfalls eine große Rolle. Sie war die zweitstärkste
Wehr im Bezirk Asch. Löschgeräte: eine Mobilspritze, eine tragbare
Motorspritze und die gute alte Mannschaftsspritze, die über Jahrzehnte
bei Großbränden in den Nachbarstädten Hilfe leistete.
Auch eine Zwölf-Meter-Magirus-Leiter war vorhanden.
Erste Einsätze der Feuerspritze wurden bereits beim großen
Brand der Stadt Hof 1823 sowie dem von Markneukirchen um 1850 erwähnt.
Beim großen Stadtbrand von Asch 1853 oder 1856 in Adorf, beim Brand
des Ebmather Schlosses und der Hendel'schen Färberei in Ziegenruck
war die Roßbacher Gemeindespritze zur Stelle. Die Gründung
der Freiwilligen Feuerwehr wird mit dem Jahr 1868 angegeben. Auf dem Foto unsere
Floriansmänner vor dem neuen Löschgerätehaus am 24.11.1928
anlässlich der Übergabe an die Wehr. Baukosten 195.000 Kronen.
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