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Chronik des Marktes Roßbach
im Landkreis Asch
Historie erster
Teil, Pfarrgemeinde, Wirtschaft und Gewerbe,
Vereinswesen,
öffentliche Einrichtungen, Künstler
und Persönlichkeiten, letztes Kapitel
der Geschichte
Wirtschaft und Gewerbe in Roßbach
Durch
Jahrhunderte war die Landwirtschaft die Haupterwerbsquelle gewesen. Während
des Dreißigjährigen Krieges soll ein holländischer Offizier die Kartoffeln
nach Roßbach gebracht haben. Der Legende nach schenkte er dem Pfarrer
einige Knollen als Dank, dass ihn dieser gesund gepflegt hatte. Von dort
aus breiteten sich die "Erdäpfel" nach Bayern und in das
Vogtland aus. Neben der Landwirtschaft waren der Flachsanbau, das Leinengarnspinnen
und die Leinenweberei in vielen bäuerlichen Haushalten ein notwendiges
Zubrot. Im 18. Jahrhundert wurde sie von der Baumwollspinnerei überflügelt.
Roßbachs Aufschwung als Industrieort begann mit der Einführung
der mechanischen Weberei. Es wurden ausschließlich hochwertige Gewebe
hergestellt, die großes handwerkliches Können und Geschick
von den Webern erforderten. Gewebe aus Roßbach waren weltweit bekannt
und geschätzt. Tücher und Schals für die orientalischen
Länder, Gardinen-, Möbel- und Dekorationsstoffe, hochwertige
Wollstoffe, Spitzen und Wirkwaren und leonische Gespinste waren die meisterzeugten
Produkte. Wechselnde Moderichtungen erforderten immer wieder eine Umstellung
auf neue Produkte. In drei Teppichfabriken wurden die verschiedensten
Qualitäten hergestellt. Die "Adornos", Doppelplüschteppiche
mit 350.000 Noppen pro Quadratmeter, waren in den 1930er Jahren absolute Spitzenklasse. Mit der Qualität "Kirman Schah",
das bedeutet "Der Feinste", wurde mit 650.000 Noppen pro Quadratmeter
der dichtest gewebte Dreischussteppich der Welt hergestellt. Seine
außergewöhnliche Feinheit gestattete die naturgetreue Wiedergabe
alter Orientmuster, selbst in feinster Zeichnung.
1938
gab es in Roßbach 36 Textil- und Textilhilfsbetriebe und drei Betriebe
der Metallbranche. Einen guten Ruf hatten auch die Erzeugnisse der drei
Roßbacher Likörfabriken. Roßbacher Magenbitter wird heute
noch hergestellt. Viele Bad Elsterner Kurgäste kamen, um sich ein
Gläschen "Schwarzbittern" zu genehmigen. Hierzu luden in
Roßbach 24 Gasthäuser, Hotels und Cafes ein. 9 Fleischer, 14
Bäcker und Konditoren, 22 Lebensmittel- u. Gemischtwarenhändler
und 1 Milchhändler sorgten für das leibliche Wohl. Dazu gab
es noch die verschiedensten Geschäfte: 4 Textil- und Schnittwarenläden,
2 Hutgeschäfte, 4 Buchbinder-, Buch-, Papier- und Galanteriewarenhandlungen,
2 Drogerien, 2 Uhrmacher- und Optikergeschäfte, 1 Fotografen, 3 Rundfunk-
u. Elektrogeschäfte, 1 Fahrradgeschäft, 1 Reinigung, 2 Baufirmen,
2 Zimmereien, 2 Dachdeckerbetriebe, 2 Baustoffgeschäfte, 6 Kohlenhandlungen,
7 Tabaktrafiken, 5 Spediteure und Frächter, 1 Tankstelle, 1 Musikinstrumentenhandlung,
2 Gärtnereien, 3 Handlungsreisende. 92 Bürger waren Bauern
im Hauptberuf. Meist wurde neben der Landwirtschaft noch ein zweiter
Beruf
ausgeübt, vor allem der des Webers.
In
Roßbach gab es 2 Ärzte,
1 Dentisten und 2 Hebammen. Die seit 1886 bestehende Apotheke war weithin
bekannt wegen des dort hergestellten "Balsams", ein pflanzliches
Heilmittel für viele Gebrechen. Dazu kamen noch folgende Handwerker:
6 Schuhmacher bzw. Schuhgeschäfte, 10 Schneider, 6 Schneiderinnen,
6 Friseurgeschäfte, 6 Maler und Anstreicher, 3 Sattler und Tapezierer,
1 Glaser, 1 Korbmacher, 1 Pfeifenerzeuger, 1 Drechsler, 9 Tischler, 2
Wagner, 4 Schmiede, 3 Blechschmiede und Schlosser, 3 Sägewerke, 2
Mahlmühlen, 1 Druckerei und 1 Kaminkehrer.
Historie erster
Teil, Pfarrgemeinde, Wirtschaft und Gewerbe,
Vereinswesen,
öffentliche Einrichtungen, Künstler
und Persönlichkeiten, letztes Kapitel
der Geschichte
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