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Chronik des Marktes Roßbach
im Landkreis Asch

Historie erster Teil, Pfarrgemeinde, Wirtschaft und Gewerbe, Vereinswesen,
öffentliche Einrichtungen
, Künstler und Persönlichkeiten, letztes Kapitel der Geschichte


Die Pfarrgemeinde Roßbach

Die Pfarrgemeinde Roßbach war eine altprotestantische Gemeinde, d.h. sie ist nach der Übernahme der lutherischen Lehre aus einer bis dahin röm.-kath. Pfarrei hervorgegangen. Nach der Lösung von der Regnitzlosauer Pfarre entstand das Kirchspiel Roßbach mit eigenem Pfarrer, Taufkirche und Friedhof. Der Pfarrhof war einer der zwölf Roßbacher Urhöfe mit beachtlichem Grundbesitz. Erst gegen Ende 1900 wurde die Landwirtschaft aufgegeben. Die dem Hl. Martin geweihte Kapelle aus der Ära der ostfränkischen Karolinger wurde 1432 entweder wieder hergestellt oder neu gebaut. Ein Bild davon war auf einem Epitaph in dieser Pfarrkirche zu sehen. Diese Kirche riss man 1719 ab und ersetzte sie durch ein neues, größeres Gotteshaus. Es grüßt noch heute über die Grenze herüber. Das Langhaus ist im Osten direkt an den Turm angebaut, durch den auch der Haupteingang gebrochen ist. Der zweite, östliche Turm ist entfernt worden. Kanzel, Altar und Taufstein stammen ebenfalls aus der Barockzeit. Der Erbauer des Altars ist nicht genau bekannt. Lange Zeit wurde er dem Schnitzer des Taufsteines, Johann Simon Zeitler aus Grün zugeschrieben. Neuerdings liegen jedoch Beweise vor, dass die Hofer Altarschnitzersippe Knoll an diesem Werk mitgewirkt hat.

Um 1750 bekam die Kirche eine neue Orgel. Später wurde diese durch die jetzt noch vorhandene "Meisterorgel" der Brüder Eduard und August Schubert aus Freiberg in Sachsen ersetzt und 1860 feierlich eingeweiht. Sie soll nach den Maßen der berühmten Silbermannorgel in der Dresdner Hofkirche gebaut worden sein. Die Gebrüder Schubert gelten als Schüler Silbermanns. Der Preis für diese Orgel betrug 6000 Gulden, ein sehr hoher Betrag. Das wertvolle Orgelwerk steht unter Denkmalschutz. Die Turmuhr ist 1881 in Wien gebaut worden, gestiftet von der Fabrikantenwitwe Katharina Wollner von Rossbach-Meierhof. Auf ihren Wunsch wurde ein Bild von ihr bei der Uhr aufbewahrt. 1968 befand es sich noch dort. Das einzige farbige Glasfenster der Roßbacher Kirche war eine Stiftung von Emmi Meinl, geborene Schörner, der Gattin des Wiener Großkaufmanns Julius Meinl. Ihre Eltern besaßen in Roßbach einen Gasthof. Frau Meinl spendete reichlich und oft - beispielsweise 1000 Kronen für die Anlage des Parks anstelle des Gemeindeteiches. Im Kriegsjahr 1916 mussten die zwei großen Bronzeglocken abgeliefert werden. Bereits 1919 konnten vier neue Stahlglocken angeschafft werden. Die Weihe fand am 11.1.1920 statt. Gleichzeitig wurde das 200. Kirchenjubiläum gefeiert. Die große Glocke wiegt 1.804 Kilo, hat einen Durchmesser von 1,49 Metern und ist auf den Ton D gestimmt. Sie hat folgende Inschrift: "Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässet für seine Freunde. Unseren gefallenen Helden gewidmet als Ersatz für die im Weltkrieg dem Vaterland geopferten bronzenen Glocken aus freiwilligen Spenden der Pfarrkirche zu Roßbach 1918. Gegossen in der Fabrik des Bochumer Vereins."

Erstaunlicherweise hat sich die Roßbacher Christmette bis zur Vertreibung erhalten. Sie wurde immer am 25. Dezember früh um fünf Uhr gefeiert und stammt noch aus katholischer Zeit. Ein Kinderchor in weißen Gewändern mit rosa Schärpe und Kerzen in den Händen sang die alten Weisen. Wertvollster Teil war die "Weissagung des Propheten Jesaja", gesungen von den beiden ältesten Chorschülern. Komponist war Karl Winter aus Sachsgrün im Vogtland. Er war auch der Gründer des Roßbacher Männergesangsvereins.

 

 

Die starke Zuwanderung von katholischen Gläubigen, vorwiegend aus dem Egerland, machte den Bau einer katholischen Kirche notwendig. 1894 wurde das im Ortsteil "Neue Welt" gelegene Gotteshaus eingeweiht. Zuvor hatten seit 1874 schon Gottesdienste in einem Betraum stattgefunden. Der über 20 Jahre in Rossbach tätige Pfarrer Emanuel Vogl hat den Kirchenraum durch seine Schnitzereien, die jeder fachmännischen Kritik standhalten, in ein Schmuckkästchen verwandelt. Außerdem war er als Komponist von Kirchenmusik weithin bekannt.

 

 

 

 

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